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Die Digitalisierung ebnet den Weg zu zukunftssicheren Immobilien

In ganz Europa stellen sich Eigentümer und Assetmanager dieselbe Frage: Wie können langfristige Entscheidungen getroffen werden, wenn verlässliche und zugängliche Gebäudedaten fehlen?

Da Vorschriften strenger werden, Nachhaltigkeitsziele steigen und die Lebensdauer von Gebäuden neu definiert wird, muss diese Frage in jeder Phase des Gebäudelebenszyklus beantwortet werden. Vom Entwurf und Bau über die Nutzung bis zur Wiederverwendung und Weiterentwicklung. Jede Phase erfordert verlässliche und zugängliche Daten.

In einem kürzlich im niederländischen Finanzblatt Het Financieele Dagblad veröffentlichten Artikel werden diese Herausforderungen durch die Linse der Digitalisierung in der gebauten Umwelt beleuchtet.

Der Artikel zeigt, warum datengestütztes Arbeiten nicht länger optional ist und wie BIM zunehmend zum Rückgrat zukunftssicherer Immobilienportfolios wird.

Lesen Sie den vollständigen Artikel unten (aus dem Niederländischen übersetzt) oder besuchen Sie hier die Originalversion.

Digitalisierung ebnet den Weg zu zukunftssicheren Immobilien

Die Digitalisierung im Bausektor steht stark im Fokus. In der Praxis bleibt der echte Durchbruch jedoch schwierig. Die Branche bewegt sich, jedoch uneinheitlich und oft zögerlich. Gleichzeitig wächst der Handlungsdruck. Strengere Vorschriften, höhere Nachhaltigkeitsziele und steigende Anforderungen an die Instandhaltung bedeuten, dass Organisationen schneller Kontrolle über ihre Gebäudedaten gewinnen müssen.

Europäische Richtlinien beeinflussen die Bauindustrie zunehmend. Eigentümer und Assetmanager sind sich dessen bewusst. Konzepte wie Zirkularität, Materialtransparenz und Energieeffizienz prägen die Entscheidungsfindung deutlich. Eines steht fest: Ohne zuverlässige Informationen sind zukunftssichere Entscheidungen äußerst schwierig. Laut Roy van der Velden, Strategic Customer Success Manager beim Bausoftwareanbieter BIMcollab, liegt der Schlüssel im datengestützten Arbeiten. Ein Building Information Model (BIM) fungiert als zentraler Informationsträger. Es bietet eine visuelle und logische Struktur, um Daten zu verbinden und aktuell zu halten – von Materialpässen bis zu Wartungshistorien. „Sie können es sich wie eine Garderobe vorstellen. Erst wenn Informationen für eine breite Nutzergruppe zugänglich werden, entfalten Daten ihren wirklichen Wert“, erklärt Van der Velden.

Bei Neubauprojekten werden BIM und Digitalisierung zunehmend zum Standard, was durch europäische Regulierung weiter beschleunigt wird. Bei Bestandsgebäuden ist die Herausforderung jedoch deutlich größer. Eigentümer stehen häufig vor fragmentierten Archiven: physische Ordner, Altsysteme, unzählige Versionen und unvollständige Unterlagen. Van der Velden unterstützt Organisationen dabei, diese Informationen Schritt für Schritt zu strukturieren. „Schon eine erste Bestandsaufnahme liefert wertvolle Erkenntnisse. Diese helfen anschließend, die gewünschte Richtung zu definieren.“

Wachsende Dringlichkeit

Die Dringlichkeit steigt aufgrund strengerer Anforderungen an die Energieperformance. Ein schlechtes Energielabel kann bedeuten, dass ein Gebäude künftig nicht mehr vermietet oder genutzt werden darf. Eigentümer müssen daher schwierige Entscheidungen treffen: sanieren, weiterentwickeln oder veräußern. Ohne zuverlässige Daten sind solche Entscheidungen schwer zu treffen. Große Immobilienverwalter erkennen dies zunehmend. Während digitale Gebäudedaten vor fünf Jahren noch weit entfernt schienen, beobachtet Van der Velden nun deutlichen Aufwind. Immer mehr Organisationen entwickeln Transformationspläne, um ihre Portfolios zukunftssicher zu machen.

Auch die Nachhaltigkeitsherausforderung gewinnt deutlich an Bedeutung. Der CO₂-Fußabdruck von Gebäuden muss reduziert werden – und das beginnt mit Transparenz über Materialien, Konstruktionen und Nutzung. „Daran führt kein Weg vorbei“, sagt Van der Velden. Universitäten, Behörden und institutionelle Investoren prüfen daher, wie sie ihre bestehenden Portfolios besser dokumentieren und analysieren können. Zudem erkennen immer mehr Stakeholder, dass gut strukturierte Gebäudedaten nicht nur regulatorische Anforderungen erfüllen, sondern auch einen strategischen Vorteil bieten. Sie erleichtern den Vergleich zukünftiger Szenarien und stärken Investitionsentscheidungen.

Letztlich geht es darum, den Lebenszyklus von Gebäuden zu schließen und Kontinuität zwischen Planung, Bau, Nutzung und Wiederverwendung zu schaffen. Das erfordert nicht nur Technologie, sondern auch veränderte Arbeitsweisen und Unternehmenskulturen. Dennoch bleibt Van der Velden optimistisch. „Jede große Herausforderung beginnt mit einem ersten Schritt. Dieser Schritt bildet die Grundlage für alle weiteren Entwicklungen.“

Ende des Artikels 

Auffällig in diesem Artikel ist der veränderte Blick auf die Digitalisierung. Digitalisierung in unserer Branche ist längst nicht mehr Innovation um der Innovation willen. Der Fokus liegt heute darauf, wieder Kontrolle zu gewinnen.

Das erleben wir täglich in Gesprächen mit Eigentümern, Assetmanagern und öffentlichen Institutionen. Die Herausforderung liegt selten am mangelnden Willen. Sie entsteht durch fragmentierte Daten, getrennte Teams und Informationen, die erst dann wertvoll werden, wenn Entscheidungen bereits dringlich sind.

Ein BIM-Modell, wie im Artikel beschrieben, ist weit mehr als ein technisches Werkzeug. Es wird zu einem gemeinsamen Bezugspunkt über Disziplinen hinweg und über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes. Diese gemeinsame Basis ermöglicht bessere Entscheidungen – früher und mit größerem Vertrauen.

Zukunftssichere Immobilien beginnen nicht mit einem perfekten Modell. Sie beginnen mit dem ersten Schritt hin zu strukturierten und zugänglichen Gebäudedaten.

Wie geht es weiter?

Möchten Sie mehr zu diesem Thema lesen? In diesem Blog erläutern wir Schritt für Schritt, wie Sie ein CDE in der Immobilienentwicklung implementieren.